Welsbabys

Am 15.1.04 habe ich bemerkt, dass unser großer Antennenwels nicht mehr unter seiner Wurzel hervorkam. Seit einigen Wochen war ein Weibchen mit im Becken. Durch einen Spalt zwischen dem darauf liegenden Schiefer und der Wurzel konnte man ihn dort hocken sehen. Und mit Hilfe einer Taschenlampe konnte man einen kleinen Haufen orangener Eier erkennen! Welsnachwuchs war zu erwarten!

Links seht ihr die stolzen Eltern. Das Männchen ist ca. 11cm groß und drei bis vier Jahre alt. Er ist ziemlich scheu. Das Weibchen ist erst 7cm groß, ich schätze sie auf eineinhalb bis zwei Jahre. Sie ist gar nicht scheu und den ganzen Tag im Becken unterwegs! Beide Welse hatten vorher noch keinen Nachwuchs.

Als ich am 21.1. , also 6 Tage nach dem entdecken der Eier, ins Wohnzimmer kam, hing irgendwas Kleines, Helles, Zappelndes und Undefinierbares an der vorderen Scheibe. Zuerst habe ich gedacht, es sei irgendein Parasit. Dann merkte ich, dass das Ding in etwa Größe und Farbe eines Wels-Eis hatte - nur dass noch ein kleiner Schwanz daran zappelte.





Die Babys waren geschlüpft! Schnell habe ich das Kleine in einen Ablaichkasten buchsiert, damit die Mollys es nicht zum Frühstück verspeisen konnten! Beim Hantieren am Aquarium hing auf einmal noch so ein winziges Wesen an meiner Hand! Auch das wanderte sofort in den schützenden Kasten. Im Laufe des Tages gelangten auf ähnliche Weise drei weitere Winzlinge in den Laichkasten. Die Nische, die sich der Wels ausgesucht hatte, war nicht dicht, so daß die Kleinen leicht entwischen konnten. Am nächsten Tag hat er die Höle auch wieder verlassen, es waren also keine weiteren Jungtiere darin.

Bei unserem ersten Welsnachwuchs wollte ich die Entwicklung genau beobachten und fotografisch festhalten. Gelesen hatte ich ja schon einiges zum Thema "Nachwuchs bei Antennenwelsen". Ich wusste, dass das Männchen Brutpflege betreibt und dabei sowohl die Eier bewacht und ihnen Frischwasser zufächelt als auch die Jungtiere die ersten Tage betreut. In den ersten Tagen ernähren sich die Babys vom Dottersack. Dieser wird langsam aufgezehrt, bis die Kleinen selber anfangen zu fressen. Dann werden sie vom Vater aus der Höhle entlassen und sind auf sich selbst gestellt.

Da unsere Jungen aber dem Vater direkt aus der Höhle abgehauen sind, hatte ich die Gelegenheit, sie in den ersten Tagen zu beobachten und zu fotografieren. Die Entwicklung geht wirklich sehr schnell voran. Die Kleinen bewegen sich von Anfang an sehr schnell, sicherlich in der Natur überlebenswichtig für sie. Eine Woche nach dem Schlüpfen der Welse sind sie vollständige, winzig kleine Antennenwelse. Nach fünf oder sechs Tagen habe ich sie das erste Mal beim Fressen beobachtet.